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Berufsunfähigkeitsversicherung ja oder nein?

Berufsunfähigkeitsversicherung ja oder nein?

Früher oder später stellt sich jeder Berufstätige die Frage: Berufsunfähigkeitsversicherung ja oder nein? Die Antwort ist dabei klar. Eine Versicherung, mit der man sich gegen das Risiko Berufsunfähigkeit absichert, gehört zu den wichtigsten privaten Absicherungen. Jedoch gibt es gewisse Einschränkungen.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Ja oder nein zur privaten Vorsorge?

Immer wieder wird in Internet-Foren die Frage gestellt: Berufsunfähigkeitsversicherung ja oder nein? Dabei muss danach gar nicht gefragt werden. Denn wer sich einmal die durchschnittliche Höhe der Erwerbsminderungsrente anschaut, die gezahlt wird, wenn Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können, der weiß, wie gering die staatliche Unterstützung ist. Erwerbsunfähige müssen mit wenigen hundert Euro im Monat ihr Leben bestreiten. Damit kann der vorherige Lebensstandard nicht gehalten werden. Allein aufgrund der geringen staatlichen Leistung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll.

Vieles spricht für die Berufsunfähigkeitsversicherung

Doch noch weitere Vorteile sprechen für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Insbesondere Selbständige und Freiberufler, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, haben erst gar keinen Anspruch auf die Rente wegen Erwerbsunfähigkeit. Sie müssen privat vorsorgen. Andernfalls geraten sie bei Berufsunfähigkeit in ein finanzielles Fiasko. Zudem zahlen die meisten Berufsunfähigkeitsversicherungen schon, wenn Versicherte in ihrer aktuellen beruflichen Tätigkeit zu 50 Prozent berufsunfähig sind. Die volle Erwerbsunfähigkeitsrente bekommen Betroffene hingegen erst, wenn sie weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können, – ganz egal, in welchem Beruf.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Deutliches Ja von Verbraucherschützern

Gerade in jungen Jahren lohnt sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn die Beiträge sind vergleichsweise gering, Studenten und Azubis können teilweise günstige Konditionen vereinbaren. Zudem müssen sich Versicherte dann keine Sorgen machen, in der Zukunft gegebenenfalls keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr zu bekommen. Gerade bei Vorerkrankungen passiert es häufig, dass Versicherer Anträge ablehnen. Bei jungen Menschen sind Krankheiten, die eine Ablehnung rechtfertigen, in der Regel unwahrscheinlicher als im fortgeschrittenen Alter.

Selbst die Verbraucherzentralen, etwa die Verbraucherzentrale Hamburg, sagen: „Für alle Berufstätigen, aber auch für Auszubildende, Studenten und Hausfrauen ist der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ein MUSS.“ Lediglich wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann, etwa wegen Vorerkrankungen, sollte sich nach Alternativen umschauen.

Was tun, wenn die Absicherung zu teuer ist?

Für wen der Abschluss zu teuer wird – beispielsweise für Berufstätige in körperlich anstrengenden Berufen –, der kann darüber nachdenken, die Leistungen der Versicherung zu reduzieren. Denn aus Sicht der Verbraucherschützer von Stiftung Warentest ist ein abgespeckter Schutz immer noch besser als gar kein Schutz. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, den Beitrag zu reduzieren. So kann die Laufzeit verkürzt werden, etwa eine Zahlung im Leistungsfall bis zum 60. Lebensjahr. Interessierten muss dabei allerdings bewusst sein, dass zwischen dem Vertragsende und dem Rentenbeginn ein finanzieller Engpass entstehen kann. Zudem ist es möglich, die Höhe der Berufsunfähigkeitsversicherungsrente herabzusetzen oder auf gewisse Leistungen zu verzichten.