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Berufsunfähigkeitsversicherung absetzen: Jetzt Steuern sparen

Die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung können Versicherte absetzen. Je nach Art der Versicherung – eigenständig oder in Verbindung mit einer anderen Absicherung – ergeben sich dabei verschiedene Möglichkeiten, Steuern zu sparen. Versicherte sollten zugleich beachten, dass die Auszahlungen der Berufsunfähigkeitsversicherung versteuert werden müssen.

Seit 2014 Berufsunfähigkeitsversicherung besser absetzen

Zunächst die gute Nachricht: Seit Anfang 2014 lassen sich die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung besser von der Steuer absetzen. Sofern die Versicherung im Leistungsfall eine lebenslange Rente auszahlt, können die Beiträge „im Rahmen des Abzugsvolumens der Basisversorgung im Alter geltend gemacht werden“, informiert das Bundesfinanzministerium. Das bedeutet, 78 Prozent der Aufwendungen (von maximal anrechenbaren 20.000 Euro pro Jahr) lassen sich 2014 steuerlich absetzen. Jedes Jahr steigt der Prozentanteil um zwei Punkte, sodass 2015 bereits 80 Prozent der Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Steuer berücksichtigt werden und 2016 82 Prozent.

Nun die schlechte Nachricht: Bisher gibt es keine Berufsunfähigkeitsversicherung, die über die festgelegte Laufzeit hinaus – meist endet ein Vertrag zum 67. Lebensjahr, – eine lebenslange Rente zahlt. Diese zusätzliche Leistung würde die entsprechenden Verträge für Interessierte sehr teuer und somit unattraktiv machen. Die genannte Möglichkeit, die Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer abzusetzen, gibt es derzeit daher nur theoretisch.

Kombinierte Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen

Praktisch gibt es zwei Varianten, wie die Versicherungsbeiträge in der Steuererklärung geltend gemacht werden können. Haben Versicherte eine sogenannte Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) abgeschlossen – das heißt, der finanzielle Schutz bei Berufsunfähigkeit ist mit einer weiteren Versicherung wie einer Rürup-Rente gekoppelt –, dann können sie ihre Beiträge wie oben beschrieben absetzen. Sie können einen festgelegten Prozentsatz der gezahlten Versicherungskosten als Sonderabgaben geltend machen. Bei Ledigen liegt die Höchstgrenze bei 20.000 Euro, bei Verheirateten bei 40.000 Euro.

Eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen

Wurde eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, können die Beiträge unter sonstige Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden. Hier werden jedoch nur 1.500 Euro beziehungsweise 2.400 Euro (für Personen, die keinen Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung erhalten) pro Jahr vom Finanzamt anerkannt. Hinzu kommt, dass dieser Betrag meist für die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft ist. Andere Vorsorgeaufwendungen wie die für die Berufsunfähigkeitsversicherung können dann nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden.

Versteuerung der BU-Rente: Ertragsanteil versteuern

Versicherten ist durchaus bekannt, dass sie ihre Beiträge der Berufsunfähigkeitsversicherung absetzen können. Seltener herrscht jedoch Kenntnis über die Versteuerung der BU-Rente. Kommt es zur Berufsunfähigkeit und der Versicherer zahlt die bei Vertragsbeginn vereinbarte Rente aus, muss diese versteuert werden. Dabei wird wiederum zwischen einer Berufsunfähigkeitsversicherung und einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung unterschieden. Bei einem eigenständigen Vertrag wird der sogenannte Ertragsanteil versteuert. Dieser richtet sich nach der Leistungsdauer. Grob gesagt liegt dieser bei rund einem Prozent pro Jahr.

Beispiel: Wer für die nächsten 15 Jahre eine BU-Rente ausgezahlt bekommt, muss 16 Prozent der Summe versteuern. Bei einer monatlichen Zahlung von 1.500 Euro entspricht das 18.000 Euro im Jahr. Davon müssen 2.880 Euro (16 Prozent von 18.000 Euro) versteuern werden.

Leistungen der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung versteuern

Bei einer BUZ ist die Frage der Versteuerung abhängig davon, an welche Versicherung der Vertrag gekoppelt ist. Voll versteuert werden die Leistungen, wenn die Versicherung in Kombination mit einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) abgeschlossen wurde. Ab 2040 muss auch die BU-Rente zu 100 Prozent versteuert, wenn die Police mit einer Rürup-Rente kombiniert wurde. Bis dahin sind die Leistungen begrenzt steuerpflichtig. 2014 liegt der Anteil bei 68 Prozent, im kommenden Jahr bei 70 Prozent. Bis 2020 steigt der steuerpflichtige Teil jeweils um zwei Prozent, danach nur noch um einen Prozentpunkt pro Jahr.

Jeder vierte Arbeitnehmer wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig. Selbst mit Anspruch auf Unterstützung vom Staat geraten Betroffene schnell in finanzielle Schieflage. Nicht nur der bisherige Lebensstandard kann bei fehlender privater Vorsorge nicht mehr gehalten werden, es droht dann sogar ein Leben am Existenzminimum. Auch wenn die Rentenzahlungen versteuert werden, sollten sich Beschäftigte aus diesen Gründen nicht vom Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung abbringen lassen.