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Existenzversicherung

Existenzversicherung: Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Existenzschutzversicherung ist ein relativ neues Produkt auf dem Versicherungsmarkt und wird derzeit noch nicht von allen Versicherern angeboten. Vom Grundprinzip her handelt es sich um eine Mischform aus Dread Disease (Absicherung bei schweren Krankheiten) und einer Unfallversicherung. Im Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung erbringt die Existenzversicherung auch dann eine Leistung, wenn der Versicherungsnehmer nach Eintreten des Versicherungsfalls noch seiner Tätigkeit nachgehen kann.

Die Bausteine der Existenzversicherung

Eine Existenzversicherung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Die einzelnen Bestandteile können je nach Anbieter geringfügig voneinander abweichen. Bei den meisten Versicherern besteht die Existenzversicherung aus einer:

  • – Grundfähigkeitsrente
  • – Pflegerente
  • – Organrente
  • – Unfallrente

Kommt es zum Versicherungsfall, erhält der Versicherungsnehmer in der Regel eine Rente bis zum 67. Lebensjahr. Einige Anbieter bieten zudem die Möglichkeit, auch eine lebenslange Rente zu vereinbaren. Die Höhe der Rente wird bei Vertragsbeginn vereinbart. Die Grundfähigkeitsrente wird gezahlt bei Verlust einer der Grundfähigkeiten. Hierzu zählt Sprechen, Sehen, Hören und sich Orientieren. Zudem zahlen die meisten Versicherer die Grundfähigkeitsrente auch bei schwerwiegenden Störungen des Bewegungsapparates.

Wird der Versicherungsnehmer pflegebedürftig, so erhält er ab der Pflegestufe I eine lebenslange Pflegerente. Bei schweren Schädigungen eines oder mehrere Organe wird ebenfalls eine lebenslange Rente gezahlt. Dazu gibt es eine Unfallrente, für den Fall, dass es zu einer unfallbedingten Invalidität von mindestens 50 Prozent kommt. Einige Assekuranzen bieten noch einen fünften Baustein in Form einer Krebsrente an. Bei einigen Anbietern ist die Krebsrente zudem bereits in die Organrente integriert.

Die Leistungen der Existenzversicherung

Je nach Anbieter haben Versicherungsnehmer die Möglichkeit noch zusätzliche Leistungen zu integrieren. Ein Beispiel hierfür ist die Vereinbarung einer Todesfallleistung. Dazu bieten einige Versicherer bei Diagnose einer schweren Krankheit eine Vorauszahlung auf die Todesfallsumme an. Das Besondere an der Existenzversicherung ist zudem, dass der Versicherte mehrmals Leistungen in Anspruch nehmen kann. Angenommen der Versicherungsnehmer erkrankt im Alter von 45 Jahren an einem Gehirntumor, so würde er falls vereinbart eine Einmalzahlung erhalten. Sollte er später infolge der Erkrankung erblinden, so würde er zusätzlich eine lebenslange Grundfähigkeitsrente erhalten. Hier kann es allerdings zu Unterschieden zwischen den einzelnen Anbietern kommen. Ein genauer Blick in die jeweiligen Vertragsbedingungen ist deshalb dringend zu empfehlen.

Für wen ist eine Existenzversicherung interessant?

Zur Zielgruppe für eine Existenzversicherung gehören in erster Linie Personen mit einer körperlichen oder handwerklichen Tätigkeit besonders solche, die aus gesundheitlichen Gründen keine Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten. Aufgrund der oftmals strengen Kriterien beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung kann diese nicht von allen Personen abgeschlossen werden. Zu beachten ist jedoch, dass die Existenzversicherung im Falle einer psychischen Erkrankung nur einen minimalen Versicherungsschutz bietet.
Versicherungsnehmer, die sich aufgrund von Depressionen oder Burnout in psychotherapeutische Behandlung begeben und nach Abschluss der Behandlung als weitestgehend geheilt entlassen werden enthalten im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung keine Leistungen aus der Invaliditätsabsicherung. Dazu besteht der Versicherungsschutz für genau definierte Funktionsverluste. Eine konkret ausgeübte Tätigkeit fällt dabei jedoch nicht unter den Versicherungsschutz. Aus diesem Grunde ist eine konkrete Absicherung gegen eine Berufsunfähigkeit wenn möglich vorzuziehen. Die Existenzversicherung ist stellt also lediglich eine eingeschränkte Alternative oder eine Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung dar. Eine Existenzversicherung kann auch für Kinder abgeschlossen werden. Kommt es zum Versicherungsfall, dann erhalten Kinder ebenfalls eine Rente bis zum Erreichen des 67. Lebensjahres.

Beiträge zur Existenzschutzversicherung

Die Höhe der Prämie ist bei der Existenzversicherung von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Neben dem Alter des Versicherungsnehmers spielt dabei insbesondere der Beruf eine wichtige Rolle. Für einen Versicherungsnehmer mit 25 Jahren und einer Rentenhöhe von 1.500 Euro bewegen sich die Beiträge derzeit zwischen 350 und 450 Euro pro Jahr. Ausgehend von einem 45-jährigen Versicherungsnehmer liegt das Beitragsniveau zwischen 400 und 700 Euro pro Jahr. Besonders günstig ist der Abschluss einer Existenzversicherung für Kinder. Für ein Kind im Alter von 5 Jahren ist eine Versicherung bereits für einen Beitrag von 170 Euro pro Jahr möglich. Somit ist die Existenzversicherung im Vergleich zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung um einiges günstiger. Angeboten wird eine solche Existenzversicherung derzeit unter anderem von Allianz, AXA, Barmenia, BBV, Janitos und der Sparkassen-Versicherung. Fragen Sie bei unseren Experten nach Angeboten zur Existenzversicherung.